FlySky NV-14 Nirvana Fernsteuerung

FlySky NV-14 Nirvana

Heute stelle ich euch die wohl extravaganteste Fernsteuerung des Jahres 2018 vor. Man hat lange auf sie warten müssen, nun ist sie aber da…. oder auch eben nicht. Die Fernsteuerung wurde von UndergroundFPV in Zusammenarbeit mit FlySky entwickelt und läuft mit OpenTX. In meinem Fazit werde ich euch alle Vor- und Nachteile aufzählen und euch hoffentlich die Kaufentscheidung etwas einfacher machen.

Namensgebung & Versionen

Bitte beachtet, dass es zwei Versionen der Fernsteuerung gibt. Fragt mich nicht warum aber aus irgendeinem Grund hat UndergroundFPV entschieden eine alternative Firmware auf den von UndergroundFPV verkauften Modellen zu installieren. Darüber hinaus können Fernsteuerungen, die von FlySky verkauft werden NICHT mit der Firmware von UndergroundFPV verwendet werden. Durch die UID der Funke wird die Installation bewusst durch UndergroundFPV verhindert.

Dieser Artikel handelt um die FlySky NV-14, die mit „purem“ OpenTX läuft. Es sind keinerlei Anpassungen, die UndergroundFPV gemacht hat auf dieser Funke möglich.

Der Hintergrund zu den beiden Versionen ist folgender:
UndergroundFPV möchte weg von der komplexen OpenTX Firmware Version mit den Einstellmöglichkeiten. Sie möchten eine Software die sehr schnell, einfach und intuitiv zu bedienen ist schaffen. Die Konfigurationszeit soll minimal sein.

Der Gedanke ist erstmal sehr gut meiner Meinung nach. Was mir aber nicht gefällt ist, dass nun OpenTX und UndergroundFPV nun ihr eigene Süppchen kochen und sich sogar gegenseitig ausschließen.

Besser fände ich, wenn alle Funktionen und Ideen gebündelt in OpenTX einfließen würden und somit eine Firmware für die selbe Hardware entsteht. Es spricht ja nichts dagegen, einen Konfigurationsassistenten zu programmieren um den Wünschen von UndergroundFPV gerecht zu werden.

Bezugsquelle

Lieferumfang

Der Lieferumfang kann sich sehen lassen. Ich war sehr positiv überrascht, was bei der Fernsteuerung alles dabei ist.

  • 1 x FlySky NV-14 Nirvana Fernsteuerung
  • 1 x X8B Empfänger
  • 1 x IA8X Empfänger
  • 1 x Schutzcover
  • 1 x USb Datenkabel
  • 1 x Trainer Kabel
  • 1 x JR Bay Adapter
  •  ein Bogen Sticker

Sobald man die Box öffnet kommt einem ein Stück Karton mit silber aufgedruckter FlySky NV-14 Nirvana Fernsteuerung entgegen. Die Verpackung wirkt sehr edel.

Ebenso dabei ein Bogen mit diversen Stickern von UndergroundFPV und FlySky.

Neben einem kleinem Quick Start Guide sind alle Zubehörteile in antistatischen Tütchen verpackt.

Für den Datentransfer mit dem OpenTX Companion befindet sich ein Micro USB Kabel im Lieferumfang

Ein Klinkenkabel für den Trainerport liegt natürlich auch bei.

FlySky Empfänger

Der IA8X Empfänger ist für Micro Quads geeignet und soll eine Reichweite von ca. 800m haben.

Der X8B Diversity Empfänger hat zwei Antennen und ist deutlich größer. Reichweite ist mit bis zu 1,5 km angegeben. Ich habe die Reichweite nicht geprüft, da ich hauptsächlich Crossfire und FrSky fliege.

Gimbal Abdeckung

Die Gimbalabdeckung schütz die Gimbals und Schalter der Oberseite effektiv gegen Stöße während des Transports. Meiner Meinung nach, reicht es vollkommen aus, die Funke mit dieser Plastikabdeckung zu schützen und z.B. in einem Rucksack zu transportieren.

Die Qualität dieser Abdeckung kann sich wirklich sehen lassen. Sie sitzt sehr fest und sicher und fühlt sich sehr wertig an.

Gimbals

Auch die Hall-Gimbals sind von überaus hoher Qualität. Es wurde matt weißes Plastik gewählt, da es gegenüber pigmentiertem Plastik härter und robuster sein soll.

Die Stickenden sind ebenfalls gewohnt „spitz“ und lassen sich abschrauben. Die Standard-Gimbals haben eine einstellbare Höhe von 24-30 mm.
Die blauen Trimmschater sind relativ wackelig und haben viel Spiel. Zusätzlich lassen sich die Trimmschalter noch als Button verwenden und können somit spezielle Funktionen ausführen lassen (sobald es die Firmware unterstützt)


Anmerkung zu den Gimbals: Leider sind die Gimbals sehr weich eingestellt und lassen sich auch nur bedingt härter einstellen. Ersatzfedern sind hier bestellbar.

Anschlüsse

Die Nirvana NV14 besitzt diverse Anschlüsse, auf die ich nachfolgend eingehen möchte.
Der MircoSD Kartenslot befindet sich auf der Vorderseite und ist nur erreichbar, wenn man den Lanyard (Neckstrap) Haken entfernt (M3 Schraube auf der Rückseite)
Für diejenigen, die den Lanyard nutzen ist die SD Karte also nicht auf die Schnelle erreichbar. Ich finde, da hätte man einen besseren Ort wählen können.

Der USB Ladeport (leider kein USB-C) befindet sich auf der Oberseite und ist durch einen Gummistopfen gegen Staub und Dreck geschützt.

Weiter links befindet sich eine Klinkenbuchse, welche als Trainerport fungiert. Diese Büchse ist ebenfalls mit einem Stopfen gesichert.

Tipp: Seid immer sicher, dass die Stopfen vollständig reingedrückt sind. Sollte das nicht der Fall sein, können diese beim aufbringen des Gimbalschutzes leicht abgeschert werden.

Batterien

Auch hier hat FlySky und UndergroundFPV nachgedacht. Bevor ihr die Batterien einlegt, achtet unbedingt auf die richtige Polung. Ein Infoblatt liegt bei.

Das besonderen an den Batterien ist, dass man sie während des Fluges tauschen kann (hot swappable). Sollte dir also während der nächsten LongRange Mission der Saft ausgehen, kannst du die Batterien einfach nacheinander gegen volle austauschen.

FlySky Antenne

Die Flysky Antenne kann auf die Rückseite geklappt werden und ist nicht schraubbar.

Ergonomie & Schalter

Neben Funktionalität und Aussehen, ist der Punkt Ergonomie wohl der wichtigste und ich kann euch sagen, hier lässt dies Funke fast keine Wünsche übrig. Man mag sich über das Design streiten (ebenfalls nicht ganz nach meinem Geschmack) aber wenn man die Funke das erste Mal in der Hand hält, möchte man sie gar nicht mehr loslassen.

Es gibt zig verschiedene Varianten, diese Funke zu halten. Sowohl Pincher als auch Daumenflieger sollten hier schnell eine angenehme Position finden. Wenn die Metallgriffe auf der Rückseite stören, kann man diese einfach mit diversen 3D Druck Teilen ersetzen.

Diese Metallgriffe lassen sich entfernen und durch 3D Druckteile aus TPU ersetzen.

Links und rechts sind jeweils zwei Schalter unter der Funke verbaut. Die kurzen Schalter sind 3-Positionen Schalter. Die langen Schalter haben eine Position und federn nach dem loslassen in die Ausgangsposition zurück.

Durch die seitliche Gummierung lässt sich die Funke sehr sicher in den Händen halten.

JR-Modul Bay

Natürlich wurde auch an FrSky, TBS Crossfire und Co gedacht. Nicht wie bei herkömmlichen Funken ist ein Modul-Schacht in die Funke eingelassen, sondern man kann einen Adapter bei Bedarf auf der Rückseite verschrauben.

Wenn kein Modul eingesteckt ist, solltet ihr auf jeden Fall vorsichtig mit den Pins umgehen oder diesen Schutz drucken.

Neben FrSky XJT kann natürlich alternativ auch ein Crossfire Modul betrieben werden.

OpenTX & Touchscreen

Auf der Funke läuft OpenTX. Leider ist die Firmware nicht mal ansatzweise fertiggestellt und es gibt keinen öffentlichen OpenTx Sourcecode. Lediglich FlySky hat hier ein wenig Code veröffentlicht. Der Code der UndergroundFPV Version ist „closed“ und zudem nicht auf die FlySky Funken flashbar. Ob das der Lizenz von OpenTX entspricht wage ich zu bezweifeln. Wie gesagt, zum Zeitpunkt dieses Artikels wird die Funke mit Alpha Firmware ausgeliefert und es fehlt an allen Ecken und Enden an Funktionen. Viele Menüs sind nicht verwendbar oder weisen Fehler auf. Das OpenTX Team sagt, mit Version 2.3 wird die NV-14 unterstützt!

Der Touchscreen ist bei Sonne relativ schlecht ablesbar und manche Menüpunkte der GUI lassen sich nicht auswählen, da sie zu nah am Rand sind. Das kann und sollte natürlich per Software nachzubessern sein. Ansonsten reagiert der Bildschirm schnell genug und auch die Position des Fingers wird meistens erkannt. Dennoch sollte das gesamte GUI nochmal überarbeitet werden und alles etwas größer dargestellt werden, damit auch Leute mit großen Fingern die Funke noch bedienen können.

 

Für alle, die sich die OpenTx Menüs einmal anschauen möchten habe ich alle Seiten einmal abfotografiert.

 

Fazit

Kann ich diese Fernsteuerung also empfehlen? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Für diejenigen, die sofort losfliegen wollen (z.B mit Crossfire) ist die Funke im Moment einfach nicht zu gebrauchen. Mit dem Crossfire FullTx Modul lässt sich das Crossfire Modul über das OLED Display wenigstens konfigurieren. FlySky und FrSky sollte funktionieren. Es ist sehr schade, dass die Fernsteuerung viele Monate zu früh auf dem Markt „geworfen“ wurde, da die Verarbeitung und Ergonomie wirklich erstklassig ist und das Gesamtkonzept wirklich Potenzial hätte.

Der Größte Hardware-Nachteil ist für mich, dass die externen Module (wie Crossfire) dauerhaft mit Strom versorgt werden. Wenn ihr also die Akkus per USB Kabel laden wollt und die Funke ausgeschaltet ist, wird das Crossfire Modul dennoch eingeschaltet und verbraucht somit munter Energie. Leider lässt sich dieses Problem nur mit einem Hardware Mod lösen. FlySky und UndergroundFPV arbeiten an einem einfach umsetzbaren Mod. Aktuell kann das Problem nur behoben werden, indem man SMD Teile auf der Platine neu verlötet und eine Leiterbahn durchtrennt. Es gab ebenso Meldungen, dass bei einigen Funken nicht genügend Spannung am Modulschacht anliegt. Auch dafür muss wieder ein SMD Mod ausgeführt werden, um das Problem zu lösen. Ebeso, kann es vorkommen, dass die Funke ausversehen an und ausgeschaltet wird, wenn man bestimmte Metallteile berührt.

Ich habe die Fernsteuerung im Oktober 2018 gekauft. Seitdem gab es seitens OpenTX kein offizielles Release. Ebenso gab es keinerlei Firmwareupdates von FlySky. Wenn das Glückt habt, diese Funke einmal in den Händen zu halten, euch die Ergonomie zusagt, ihr mit den oben genannten Dingen kein Problem habt, solltet ihr wahrscheinlich zuschlagen. Habt aber im Hinterkopf, dass es unter Umständen noch Monate dauern kann, bis die Software vernünftig zu verwenden ist. Bis dahin kann ich die Funke maximal für die Verwendung von Indoor Woops empfehlen.

Für alle die mit ihrer jetzigen Funke zufrieden sind, einen Kauf aber erwägen empfehle ich mindestens eine Hardwarerevision abzuwarten. 

  • sehr gute Ergonomie
  • extrem gute Verarbeitung
  • OpenTX als Firmware
  • diverse externe Module können verwendet werden
  • robuste Gimbal/Schalterabdeckung
  • kompatibel mit 18650 Akkus
  • Akkus sind „hot swappable“
  • Preis/Leistung gut
  • integriertes Bluetooth Modul
  • Touchscreen am Rand nicht gut zu bedienen (GUI sollte Touchfreundlicher gestaltet werden)
  • SD Karten Slot ungünstig platziert
  • derzeit kein vollwertiger Crossfire Support
  • derzeit kein LUA Script Support
  • Lanyard lässt die Funke nicht ausbalanciert hängen
  • externes Modul dauerhaft eingeschaltet (kann nur per Hardware Mod gelöst werden)
  • aktuell sehr eingeschränkte/unfertige Firmware
  • separate (exklusive) Firmware der Underground Version

 

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2 Antworten

  1. Kai Kühnel sagt:

    Hey Philipp weißt du was die Gimbals für ein Gewinde haben? M3 oder M4?

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